Der Zisterzienser-Orden

Wir leben nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia (480 – 543)


Der Benediktinerorden breitete sich von Italien ausgehend in ganz Europa aus. Immer wieder gab es bedeutende Reformbestrebungen, was u. a. zu vielen Klostergründungen führte. (Reform von Cluny 924 – 1109 1500 Klöster in Deutschland Kloster Hirsau). - In der Reformation verlor Cluny viele Klöster; die Französische Revolution brachte schließlich das Ende.


Die Zisterzienser sind ein Reformorden der Benediktiner

Die Gründeräbte von Citeaux – Robert, Alberich und Stephan – wollten 1098 von der Abtei Molesme weg und zurück zu den Wurzeln, d. h. zu den Idealen des hl. Benedikt. Dieser hat in seiner Regel den Ablauf von Gebet und Arbeit klar geordnet.

 

 

 

Französische Ursprünge

Der Zisterzienserorden wurde im Jahre 1098 von Robert von Molesme, Stefan Harding und Alberich von Citeaux in Burgund in der Einöde von Citeaux gegründet. Grund dafür war die in der Nähe liegende Abtei Cluny. Dieses Kloster war durch Spenden, Erbschaften und Ländereien das reichste und prunkvollste Kloster, das es im christlichen Abendland gab. Die Mönche dort verbrachten fast den ganzen Tag in der Kirche, um Gottesdienste zu feiern, die stundenlang dauerten. Die Liturgie spielte eine große und wichtige Rolle. Jedoch wurde der Grundsatz der Regel des hl. Benedikt vernachlässigt, dass die Mönche von ihrer Hände Arbeit leben sollten, und von der ursprünglichen Einfachheit des monastischen Lebens war kaum mehr etwas vorhanden.

Der bedeutendste Zisterzienser, der hl. Bernhard von Clairvaux

(1090 – 1153) konnte 1112 durch seinen Eintritt in Citeaux dem aussterbenden Kloster zu neuem leben verhelfen. Durch seine große Ausstrahlung begeisterte er viele Freunde und Verwandte für den Klosterberuf. – Bernhards zahlreiche Schriften sind von tiefer Frömmigkeit geprägt. Daher nannte man ihn den „honigfließenden Lehrer“. Er pflegte eine besondere Verehrung für die Gottesmutter Maria.

Bernhard von Clairvaux war Berater von Fürsten, von Päpsten und Bischöfen. Durch ihn hat der Orden im 12. Jahrhundert einen ungeheuren Aufschwung erlebt. Er war seit 1115 Abt von Clairvaux.


Rückbesinnung auf die Regel des Hl. Benedikts

So sollte Citeaux eine Art Gegenbewegung von Cluny werden. Man wollte wieder zu den Ursprüngen der Regel des hl. Benedikt zurückkehren und streng nach ihr leben. Deswegen lehnten die Mönche es ab, Spenden oder Einnahmen von Verpachtungen anzunehmen, lebten von ihrer Hände Arbeit und zogen sich in die Stille und Einsamkeit zurück. Da sich diese neue Lebensform stark von Cluny bzw. dem benediktinischen Leben der damaligen Zeit unterschied, entstand ein neuer Orden, der gleichzeitig der erste zentralistisch organisierte Mönchsorden des christlichen Abendlandes war. "Charta Caritatis": Die Ideen der Gründerväter Robert von Molesme wurde bereits ein Jahr später wieder in sein eigenes Kloster Molesme zurückgerufen. An seine Stelle trat Alberich von Citeaux, der das Neukloster bis 1099 leitete. Nach ihm wurde Stephan Harding Abt des Klosters. Unter ihm wurde die erste Verfassungsurkunde, die sog. Charta Caritatis verfasst, die nebst der Regel des hl. Benedikt die wichtigste Grundlage für den Zisterzienserorden bildet. Darin steht unter anderem:

"Wir wollen leben in der einen Liebe, unter der einen Liebe, unter der gleichen Regel und nach den gleichen Sitten."

Ziel der Charta Caritatis war es, alle Klöster des Ordens einheitlich zu organisieren. Wichtige Anliegen waren:

  • die Einheit durch die Gleichheit der Lebensweise
  • die Einheit der monastischen und liturgischen Ordnung
  • das Filiationsgesetz
  • einmal im Jahr die Visitation aller Klöster durch den Gründungsabt
  • jährliches Generalkapitel aller Äbte in Citeaux, um Erfahrungen auszutauschen und weiterzugeben
     

 


Weitere Gründungen

Zwischen 1113 und 1115 kam es zur Gründung der Primarabteien La Ferté, Pontigny, Clairvaux und Morimond, die wiederum Klöster gründeten. Jedes Kloster des Ordens ist bis heute in sich selbständig und wird nicht zentral geleitet. Ein wichtiges Anliegen der ersten Zisterzienser war die Aufwertung der Handarbeit. So waren sie es, die die Dreifelderwirtschaft einführten. Sie entwickelten neue Techniken der Wassernutzung und züchteten Fische, da sie sich in der Regel kaum von Fleisch ernährten. 1125 entstand das erste Frauenkloster in Le Tart, das ganz in der Nähe von Citeaux liegt. Noch heute leben dort sog. Bernhardinerinnen, die zur Familie des Zisterzienserordens gehören. Jedes Frauenkloster war einem Männerkloster unterstellt, dessen Abt sich um die Gemeinschaft kümmerte. Bernhard von Clairvaux selber gründete über 68 Klöster.

 

Die Zisterzienser in der Gegenwart


Später zählte man im Abendland über 344 Gemeinschaften. Leider wurden durch die Französische Revolution und die Säkularisation viele Klöster aufgehoben. Von Klöstern, die im Mittelalter großes Ansehen hatten, sind heute teilweise nur noch die Ruinen übrig geblieben. Dennoch hat der Orden auch diese schweren Zeiten überlebt und ist in der ganzen Welt präsent. Heute gibt es wieder neue Gruppierungen und andere Orden, die aus unserer Gründung entsprungen sind und sich auf das zisterziensische Charisma berufen.

Seit 1892 gibt es die sogenannten Zisterzienser von der Strengen Observanz. Die Mönche sind besser bekannt unter dem Namen Trappisten. Drei Reformkongregationen, die im Zisterzienserorden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden, schlossen sich zusammen, die erste Abtei „La Trappe“ vom Abt de Rancé gegründet. Die Struktur des Zisterzienserordens wird heute durch Kongregationen bestimmt, die regional geprägt sind. Da sich der Orden inzwischen auf der ganzen Welt ausgebreitet hat, ist es schwer in der ursprünglichen Einheit zu leben. Die Bedürfnisse der einzelnen Klöster sind dem jeweiligen Kulturkreis und den Lebensumständen angepasst.