Aktuelles aus der Abtei


Heimgang unserer lieben Schwester Maria Magdalena (Gudrun) Legat

 

                                                  „Gott, der allmächtige und barmherzige Vater, hat unsere liebe

                                                                   Schwester Maria Magdalena (Gudrun) Legat

                                                                    aus der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal

                                                    nach langem Leiden in sein himmlisches Reich zu sich gerufen.

                                                            geb. 30. 04.1945   Profess: 02. 03.1980   + 17. 09. 2021

 

Auch wenn der Abschied von einem geliebten Menschen immer schwer fällt und der Tod Trennung hier auf Erden bedeutet, sind wir dankbar, dass die lange Leidenszeit von Schwester M. Magdalena ein Ende gefunden hat und sie, wie wir glauben, ihr Lebensziel erreicht hat, die Anschauung Christi, den sie so sehr geliebt hat. Nach mehr als 10 Jahren tapfer ertragener Parkinsonerkrankung mit einer zunehmenden Unfähigkeit verständlich zu sprechen, durfte Schwester M. Magdalena endgültig am frühen Morgen des 17. September, dem Festtag der Hl. Hildegard, heimgehen.

Blickt man zurück auf Schwester M. Magdalenas Leben, muss man staunen, welche manchmal verschlungenen Wege Gott einen Menschen führen kann. Gudrun Annemarie, wie unsere liebe Schwester M. Magdalena in Gratwein bei Graz getauft wurde, erblickte am 30. 04. 1945 das Licht der Welt im tirolerischen Steinberg. Ihre Schul- und Studienjahre verbrachte Gudrun in ihrem geliebten Salzburg, in dem heute noch ihre Schwester und ihre Nichten mit Familien wohnen. Dem Wunsch des Vaters, Dr. Ernst Legat, entsprechend, einem angesehenen Juristen, studierte Gudrun Romanistik und Germanistik und schloss 1971/72 mit dem Staatsexamen ab. Obwohl getauft, lag Gudrun jahrelang nicht viel am Glauben und sie vertiefte diesen erst als junge Erwachsene durch einen aktiven Salzburger Priester und dessen katholische Gemeindemitglieder. Sie empfing erst am 17. April 1976 die Firmung. Nach einem Kuraufenthalt in unserem Tochterkloster Marienkron wuchs ihr Wunsch mehr für Gott da zu sein und so führte sie ihr Weg schließlich über Marienkron nach Seligenthal, wo sie am 14. August 1978 eintrat. Schwester M. Magdalena hielt die, für sie sicher nicht immer leichte, Noviziatszeit durch und legte am 02. März 1980 ihre einfache und am 20. August 1983 ihre ewige Profess ab.

Aktiv im Schuldienst als Gymnasiallehrerin für Französisch und Deutsch, nahm Schwester M. Magdalena gleichzeitig die benediktinische Gottsuche sehr ernst, entsprach dies doch ihrem Wunsch nach einem kontemplativen Leben. Unser Gebetsleben mit dem schulischen Leben zu verbinden forderte ihr viel ab. Deswegen erprobte sie ihre Berufung, eine Zeit in der Kontemplativen Gemeinschaft Emmanuel in Paray - le- Monial. Wieder zurückgekehrt wünschte sie Schülerinnen mit Problemen fachgerechter helfen zu können und absolvierte an der Universität in Innsbruck eine Zusatzausbildung, die sie 1994 mit dem Zertifikat für das psychotherapeutische Propädeutikum abschloss. Die anschließende Ausbildung zur Logotherapeutin in Fürstenfeldbruck, bereicherten Schwester M. Magdalena selbst und erwiesen sich als gute Grundlage und Ausbildung einer gezielten Fachkompetenz für ihre Beratungsgespräche für unsere Schülerinnen und manchmal auch deren Eltern. Offen, vor allem für charismatische Gebetsformen, suchte Schwester M. Magdalena immer wieder das Gespräch über das Mysterium Christi in unserem Leben mit den Mitschwestern und Mitgliedern aus der charismatischen Erneuerungsbewegung.

Kraft ihrer Liebe zu Gott, vermochte Schwester M. Magdalena ihre schwere Krankheit tapfer zu ertragen und sie aus einer vertieften Haltung des Glaubens Gott hinzuhalten. Für sie galt besonders was Thomas Merton in seinem Buch „Keiner ist eine Insel“ schreibt: „Im Kräftespiel der göttlichen Liebe haben wir nur so viel, wie wir geben. Aber wir sind aufgerufen, alles zu geben, was wir haben, und noch mehr: alles was wir sind. Das Maß unserer Liebe ist unbegrenzt. Je mehr wir danach verlangen, Liebe zu verschenken, umso mehr Liebe haben wir zu geben. Je mehr wir geben umso mehr werden wir wirklich sein.“

Auch durch ihre Verehrung der Muttergottes, die sie durch Pilgerfahrten nach Lourdes ausdrücken durfte und nach denen sie jedes Mal bereichert und zutiefst beglückt heimkehrte, erhielt sie Kraft und die Anregung sich mit allen kranken Menschen zu vereinigen.

Erfuhr Schwester M. Magdalena am Beginn ihres klösterlichen Lebens, dass es keine echte monastische Berufung gibt, die nicht zugleich eine innere Umkehr miteinschließt, so wurde ihr ein Loslassen all dessen was uns an die Welt bindet in ihren letzten Lebensjahren noch einmal verstärkt abgefordert. Wir hoffen und erbitten von Gott, dass er ihr langes Leiden für sie, unsere Gemeinschaft und alle, die ihr begegnet sind, fruchtbar macht und sie jetzt bei Gott die vollkommene Freude erleben darf.

M. Petra Articus und der Konvent von Seligenthal

 


Meditationssendung "Zeit und Ewigkeit" am 15. August um 11:00Uhr

Der Bayerische Rundfunk strahlte in seiner Sendereihe "Zeit und Ewigkeit" zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15.08.2021 einen Beitrag mit Äbtissin M. Petra Articus aus, der in der italienischen Zisterzienser-Abtei Chiaravalle della Colomba aufgenommen wurde.

Den Link zur Sendung finden Sie hier.


Ewige Professfeier und 70 - jährige Professfeier in Seligenthal

„Höre aufmerksam auf meine Weisung…

Mit den guten Gaben, die in uns sind, müssen wir Gott gehorchen.“

Freie Übersetzung des 1. Satzes aus dem Prolog der Benediktusregel aus dem Buch „Kloster des Herzen“ von Joan Chittister EOS Verlag

Wollen wir ein Leben als getaufte Christen aus, für und mit Gott leben, so finden wir die Weisungen dafür in der Hl. Schrift insbesondere im Evangelium, in dem Vorbild und der Botschaft Jesu Christi. Den besonderen Ruf zur Nachfolge griff der Hl. Benedikt vor mehr als 1000 Jahren durch seine Mönchsregel auf, die helfen sollte, das Taufversprechen im Alltag zu leben. Heute noch begeben sich Männer und Frauen aus dem Benediktiner - wie Zisterzienserorden auf ihre Gottsuche nach dieser Regel. Sie wünschen in einer Gemeinschaft mit den gleichen Zielen, das Wort Gottes in ihrem Leben zu verankern, sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, der Erfüllung ihrer Sehnsucht, die sie in der Einheit mit Gott suchen.

 

Im Vertrauen, dass Gott diesen Weg für sie gedacht hat, sie dabei begleitet, ihren Glauben stärkt, und wie der Hl. Benedikt es schreibt, in der Liebe zu Christus wachsen lässt, entschlossen sich Katharina Renoth, heute Schwester M. Regina vor mehr als 70 Jahren und Vera Fachinger vor gut 7 Jahren in die Zisterzienserinnen - Abtei Seligenthal einzutreten.

Nach Jahren der inneren Prüfung, ob die Motivation des Eintrittes, die Liebe zu Gott und der konkreten Gemeinschaft auch groß genug ist und im Vertrauen auf die Treue Gottes, durch alle Tiefen und Höhen des klösterlichen Lebens dabei zu sein, um zu führen, stärken und sich auch bei Versagen zu erbarmen, legte Vera, jetzt Schwester M. Clara, am 01. Mai 2021 ihr ewiges Gelübde ab.

 

Schwester M. Clara, die am 12. 07. 1972 in Limburg geboren wurde, machte nach der Realschule die Erzieherausbildung, arbeitete eine Zeitlang in den Niederlanden als Kindergärtnerin, um sich dann auf die Suche nach einer benediktinischen Gemeinschaft zu machen. Über Italien und die Schweiz kam sie dann zu uns, wo sie nach der neuen kirchlichen Vorschrift von „cor orans“ 5 Jahre Jungprofessin war. Da ihr die Erfahrungen, die sie im klösterlichen Raum, wie in unserem Hort als Erzieherin sammeln konnte sehr entsprachen, bat sie darum für immer in Seligenthal leben zu dürfen und legte voll Freude am Samstag ihre Gelübde ab, die in den benediktinisch orientierten Ordensgemeinschaften Gehorsam, Stabilität und klösterlichen Lebenswandel umfassen. Ihr wünschen wir auf ihrem weiteren klösterlichen Lebensweg reiche Gnaden und die Erfüllung ihrer Sehnsucht. 


Gleich am nächsten Tag, also am 2. Mai durfte Schwester M. Regina auf ihre 70 Jahre Profess und damit auf mehr als 70 Jahre klösterlichen Lebens zurückblicken.

Gerne hätten wir die Feiern der beiden Schwestern in der Abteikirche öffentlich begangen, aber durch den Lockdown, konnte bei Schwester M. Clara neben unserer Hausgemeinschaft, nur die Mutter, der Cousin und die Leitung unseres Hortes an der beeindruckenden liturgischen Feier als Gäste teilnehmen. Ebenso, das heißt ohne all die, mit denen Schwester M. Regina ihr Leben lang verbunden war, feierten wir dieses 70-jährige Jubiläum nur im Konvent. Das „nur“ bedeutet aber nicht, dass die beiden Feste nicht wunderbar gelungen war, wir vor allem Schwester M. Regina unsere Dankbarkeit für ihr unsere Gemeinschaft prägendes Leben, ausdrücken konnten und die Freude darüber, dass es ihr doch noch trotz ihrer fast 96 Jahren so verhältnismäßig gut geht. Schwester M. Clara konnte man die Freude ansehen, jetzt ganz zum Konvent zu gehören, ihren Platz gefunden zu haben. Vielleicht spüren Sie das auch, falls Sie Ende Mai im Bayerischen Fernsehen in der Sendung Schwaben/ Bayern Ausschnitte aus der Profess - Liturgie sehen.

Katharina wurde am 18. Oktober 1925 als Tochter des Schreiners Kaspar Renoth in Berchtesgaden geboren. Obwohl sie das dritte Reich mit all den Anforderungen an jungen Menschen, Mitglied beim BDM, Arbeitsdienst und dann auch den Krieg erleben musste, blieb sie, wie auch ihre Geschwister, ihrer katholischen Prägung durch das Elternhaus treu. Nach dem Krieg legt sie im Juli 1948 in Seligenthal die 1. Lehramtsprüfung für die Volksschule ab.  Im Jahr darauf trat sie in Seligenthal ein, wo sie den Namen M. Regina erhielt, erwarb dort die Hochschulreife und bestand in den Jahren 1956 und 1958 die Staatsexamina für Mathematik und Physik. Seit 1958 unterrichtete Schwester M. Regina, die am 01. 5. 1954 die Ewige Profess ablegte, im Seligenthaler Gymnasium. Als älteste von mehreren Geschwistern hatte Schwester M. Regina gelernt, was es heißt Verantwortung zu übernehmen, für andere zu sorgen und in guter Beziehung zu leben. Dies kam ihr auch im Unterricht zugute, wie auch ihr klares und analytisches Denken und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Die meisten Schülerinnen schätzen ihr gutes Vermögen, auch mathematisch weniger begabten Mädchen die Geheimnisse der Mathematik und Physik aufzuschlüsseln, so wie ihre Gerechtigkeit, ihre Menschlichkeit  und Lebenszugewandheit.

Im Kloster bewundern wir ihren Eifer für das Chorgebet, ihre Selbstdisziplin, ihr Mitdenken und Mitgestalten und ihre Fürsorge für ihre leibliche Schwester M. Beata. Bei aller Gewissenhaftigkeit in ihrer Arbeit und bezüglich der klösterlichen Ordnung blieb und bleibt Schwester M. Regina eine Frau, die das Leben genießen kann, sich freut über ein unterhaltsames Kaffeekränzchen, gerne wanderte und verreiste, sowie kreativ tätig war. Ich glaube von uns, wie von den Kollegen der Schule und den Schülerinnen, wird sie als ein geselliger und zuverlässiger, liebevoller Mensch gesehen. Viele ehemalige Schülerinnen stehen mit ihr noch in Kontakt und auch ihre ehemaligen Kollegen haben sie nicht vergessen. So konnten wir bei dieser Jubelprofess aus ganzem Herzen in den Dank an Gott einstimmen, für so viele Gaben und Schwester M. Regina gegenüber, dass sie diese Gaben so gut genutzt hat.

Für beide Schwestern bitten wir auch Sie um ihr Gebet. 


Nachrichten-Übersicht

Herr Josef Neumeier war seit August 2011 ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung Seligenthal in Landshut. Er war in diesen Jahren dem Auftrag von Abtei und Stiftung, eine umfassende, werteorientierte Betreuung und Beschulung von jungen Menschen im Bildungszentrum Seligenthal anzubieten, aus tiefstem Herzen und mit ganzer Kraft verpflichtet.

Die sieben Seligenthaler Einrichtungen verlieren einen engagierten Visionär, ...

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