Heimgang von Schwester M. Hildegard


Wir gedenken unserer lieben, verehrten
Schwester Maria Hildegard Prem
aus der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal
Geb. 14. 12. 1931   Profess 13. 06.1992 Gest. 28. 03. 2018


Nach einer langen andauernden Krankheit, und doch dann sehr schnell, verstarb unsere liebe Schwester M. Hildegard am Mittwoch der Karwoche, während der Konvent die Marienantiphon der Vesper sang.
Schwester Hildegard, eine waschechte Niederbayerin, erblickte am 14. 12. 1931 in Deggendorf das Licht der Welt, da ihr Vater, Herr Prem, Dorfschullehrer in Auerbach bei Hengersberg war. Während ihr Vater vorwiegend fremder Leute Kinder erzog und sich an allen Orten, an denen er als Lehrer weilte, auch um die Belange der ganzen Gemeinde kümmerte, erzog ihre liebe Mutter Schwester Hildegard und ihre vier Geschwister aufs Beste. Bis heute zeigen die Geschwister eine tiefe Verbundenheit untereinander, vor allem auch mit Schwester Hildegard. Wie es früher üblich war, wurde auch Schwester Hildegards Vater mehrmals versetzt und so verlebte sie ihre Kindheit in Auerbach, Paindlkofen und Kläham, wo man ihren Vater sehr ehrte. Da Hildegard ein aufgewecktes, frisches Mädchen war, durfte sie in Landshut Seligenthal die Oberrealschule besuchen. Aus dieser Zeit stammt auch die besondere Beziehung, die sie zu unserer lieben Schwester M. Johanna hat, da sie in deren Elternhaus während der Schuljahre in Landshut wohnte. Nach dem Abitur absolvierte Hildegard den Abiturientenlehrgang in Straubing und wurde, ähnlich ihrem Vater, Volksschullehrerin. Auch sie wirkte an vielerlei Orten, aber am intensivsten prägte sie die Kinder von Bonbruck und gestaltete auch das dortige Pfarrleben wesentlich mit. Es ist verständlich, dass die ganze Gemeinde von Bonbruck, vor allem auch der Pfarrer sehr traurig war, seine Organistin und Lehrerin nach 27 Jahren Schultätigkeit am Ort, ans Kloster Seligenthal abtreten zu müssen. Ja, Schwester Hildegard ließ der Ruf Gottes, trotz eines erfüllten und sehr fruchtbaren Lebens keine Ruhe mehr und sie entschloss sich 1989, alles bisher für sie Wichtige aufzugeben, um im Kloster ganz von vorn anzufangen. Die Selbstständigkeit aufzugeben und den klösterlichen Anforderungen gerecht zu werden, war sicher nicht leicht, aber unsere liebe Schwester Hildegard, die ihren Mädchennamen behalten durfte, hat es nach anfänglichen Schwierigkeiten gut gemeistert, und so legte sie am 13. 06. 1992 ihre erste Profess ab. Ihre tiefe Frömmigkeit, ihre große Bescheidenheit, vor allem auch ihre Freundlichkeit und immerwährende Bereitschaft zu helfen, ließen sie schnell die Herzen der Mitschwestern erobern und natürlich auch die der Kinder in der Schule, die Schwester Hildegard ebenso lieben wie wir. Die vielen Einladungen zu Schülerkonzerten und der häufige Besuch ihrer Bonbrucker Kollegen zeigten, dass Schwester Hildegard lang über ihre Schulzeit hinaus einen festen Platz im Herzen Ihrer ehemaligen Schülerinnen und Kollegen hatte. Wenn wir an Schwester Hildegard denken, finden wir es gut, dass wir die Altersgrenze für den Klostereintritt nicht zu weit unten angesetzt haben, denn sonst wäre Schwester Hildegard nicht hier gewesen, und es hätte uns eine sehr liebe Mitschwester gefehlt. Wenn man schnell einen Chauffeur brauchte, seine Zelle nicht mehr selbst putzen konnte, Schwester Hildegard nahm sich Zeit für jede und jeden Dienst. Ich glaube, die Stunden, die sie bei den älteren oder kranken Mitschwestern verbracht hatte, kann man nicht zählen. Wann immer zu einem allgemeinen Dienst aufgefordert wurde, Schwester Hildegard fand man unter den Helfenden, ob im Kloster oder in der Schule. So können wir bei ihr auf gelungene, für Gott und die Menschen gelebte Jahre, zurückblicken. Und wir danken Gott für ihr Wirken in unserem Haus, für ihr stilles unaufdringliches immer Bereitsein und ihre selbstverständliche Pflichterfüllung, für die vielen Gaben, die Gott ihr geschenkt und die sie in ihrem Leben so gut eingesetzt hat. Schwester M. Hildegard war nicht nur in ihrer aktiven Zeit ein Vorbild für viele, sondern auch in den letzten Jahren ihres Lebens als eine Blutkrankheit sehr an ihren Kräften zehrte. Klaglos nahm sie bis zuletzt die Einschränkungen hin und überließ sich ganz Gottes fürsorgender Liebe. An Schwester M. Hildegards Leben kann man erkennen, was es heißt, in Gott geborgen zu leben und zu sterben. So hoffen wir fest, dass wir in Schwester M. Hildegard eine neue Fürsprecherin im Himmel haben und danken Gott, dass er sie in unser Kloster geführt hatte.




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