Nachruf für Monsignore  Dr. Norbert Fuchs


Meine Lieben, so begrüßte uns unser sehr verehrter Herr Dr. Fuchs bei jeder heiligen Messe und so darf auch ich Sie heute ansprechen, um ganz kurz aufzuzeigen wie wichtig Monsignore Dr. Fuchs für uns Schwestern, für die Schule, Kollegen wie Schüler und wahrscheinlich auch für die Stadt war.



Sollte ich ihn ganz kurz charakterisieren, würde ich sagen: Er war ein Mann, der für den Herrn lebte.
Auf ihn trifft das Pauluswort aus dem Römerbrief 14, 7- 9 voll zu. „Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.“
Jede von uns Schwestern spürte immer wieder aufs Neue bei den verschiedensten Begegnungen, bei der Heiligen Messe, bei der Beichte, Dr. Fuchs lebte nicht für sich selbst, betrachtete sich nicht als Mittelpunkt der Welt, hatte keine Ziele, die der eigenen Befriedigung der Bedürfnisse dienten, sondern war ganz und gar darauf ausgerichtet, für den Herrn zu leben, Gott zu verehren, Anteil zu haben am Geist Gottes und von daher für die Kirche zu wirken, konkret für uns Schwestern, für die Schüler, für die Erwachsenen-bildung, für jeden der ihn brauchte. Christus war sein Zentrum und das Wort unseres Ordens Vaters Benedikt, „der Liebe Christi nichts vorziehen“, hatte Dr. Fuchs ganz und gar verinnerlicht und es hätte gut sein Lebens Motto sein können.
So wie dieses Wort von Dr. Fuchs mit Leben gefüllt wurde, könnte ich das auch von anderen Worten der Heiligen Schrift sagen.
Wir Schwestern spürten bei jeder Einführung zur täglichen Heiligen Messe, die Dr. Fuchs in seiner vornehmen, sich zurücknehmenden Art immer mit tiefer Andacht zelebrierte, dass auch das Wort aus dem 5,15 Galaterbrief für ihn ganz und gar stimmte. „Wenn wir also dem Herrn gehören, wollen wir auch für den Herrn leben“ Und das hieß ins Leben umgesetzt, Dasein für alle, die ihn brauchten. Dr. Fuchs drängte sich in seiner Bescheidenheit und feinen Zurückhaltung nie auf, war aber immer da, wenn man ihn brauchte, gab seinen Rat, wenn er gewünscht wurde, bestätigte etwas, wenn er es gut fand, mischte sich aber nie in die Angelegenheiten des Klosters ein oder übte gar Kritik.
Durch seine gleichbleibende Freundlichkeit, seine Ruhe und Präsenz in jeder Begegnung, seine Offenheit und Fähigkeit zuzuhören, war Dr. Fuchs nicht nur der ideale Spiritual und Lehrer über Jahrzehnte hinweg, sondern auch für jeden von uns ein Vorbild.
So bleibt uns heute nur der Dank an Gott für das Geschenk eines so großen, Seligenthal so intensiv geprägt habenden Menschen, den wir nie vergessen werden, und die Freude im Gebet an ihn, Fräulein Hedwig, die ihn so lange treu versorgt hatte, zu denken.




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