Weihnachtsbrief 2016

Ausgabe 16 · Landshut, 21.12.2016



  
Frieden, Frieden will ich rufen, dass der Stern von Bethlehem nicht nur vor zweitausend Jahren als die Weisen aus dem Morgenland in den Stall und an der Krippe waren,  Dunkelheit mit seinem Licht erhellt, sondern dass die Waffen heute schweigen und kein Mensch mehr um Gewalt und Hunger weiß, dass die Mächtigen sich vor den Schwachen neigen,  und es endlich Friede wird in dieser Welt,  der für alle Zeiten hält.
Frieden, Frieden will ich rufen, dass der Stern auch heute  in die aufgeht und mit hellem Licht  deine Angst und Trauer,  Schmerz und Schuld ein für alle Mal durchbricht und jetzt ruhen kann, was gestern war,  dass sich deine Sehnsucht endlich stillt  und sich auf geheimnisvolle Weise in der Zukunft auch dein Lebenstraum erfüllt.
Deine Wünsche werden wahr…

Christa Spilling – Nöker

Seligenthal, Advent und Weihnachten 2016

Liebe Seligenthaler Freunde,

wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir, dass Sie jedes Mal aufs Neue betroffen sind wenn Sie aus den Nachrichten oder aus dem  Fernsehen oder sonst woher von den Zerstörrungen in Aleppo, oder anderen Kriegsbieten hören, oder an die nicht geklärte Flüchtlingssituation in Europa an die schrecklichen Attentate in Berlin, Nizza, Paris und anderswo denken, und den zunehmenden Fremdenhass in Teilen unserer Bevölkerung. Unsere Hilflosigkeit in solchen Situationen bedrängt uns, mich zumindest, macht mir aber auch immer wieder bewusst wie dankbar wir sein dürfen, dass es uns so gut geht und vertieft nicht nur meine Sehnsucht nach mehr Frieden auf der Welt, sondern spornt mich auch an zumindest in meinem Umfeld auf ein friedvolles Miteinander zu achten. So habe ich heuer für meinen Dankbrief diesen Text von Christi Spilling – Nöker ausgesucht.

Ich wünsche Ihnen allen den Frieden, den die Welt nicht geben kann, der uns durch die Geburt des göttlichen Kindes und seine Erlösungstat verheißen ist. Mögen Sie - unabhängig von aller Romantik und allen schrecklichen Ereignissen und politischen Situationen - dem Kind in der Krippe begegnen dürfen und sein Heil erfahren. Das wünsche ich Ihnen zum diesjährigen Weihnachtsfest,

 Nun erzähle ich ein wenig von hier. Dr. Fuchs muss immer wieder ins Krankenhaus um sein Blut auffrischen zu lassen. Es ist erstaunlich dass er sich die letzten zwei Jahre doch so gut gehalten hat, worüber wir sehr dankbar sind. Da er uns aber die tägliche Hl. Messe nicht mehr halten kann, haben wir jetzt einen Pater aus Bochum Stiepel als Spiritual. Wir sind Abt Maximilian aus Heiligen Kreuz und Pater Prior Pirmin aus Stiepel sehr dankbar dass sie Pater Bonifatius freigestellt haben. Ihm sind wir dankbar für die Bereitschaft bei uns zu wirken.

Wenn es auch immer wieder neues zu reparieren oder zu sanieren gibt, so haben wir doch die General -  Sanierung erfolgreich abgeschlossen und die Festivitäten dazu waren sehr schön. Unsere Schülerinnen des Gymnasiums trugen ebenso viel zur Feierlichkeit des Gottesdienstes bei wie Bischof Voderholzer mit seiner Predigt zum Hl. Hieronymus im Zusammenhang mit der Bildung der Jugend. Unsere verschiedenen Einrichtungen gestalteten das Festprogramm abwechslungsreich, so dass nicht die Ansprachen, sondern die Darbietungen der Schüler im Vordergrund standen, was den Festakt sehr auflockerte und eine frohe Atmosphäre herrschte. Nachher gingen wir mit verschiedenen Gruppen durch das Haus und niemand, weder Herzog Franz, noch der Bischof oder andere Gäste sparten mit Anerkennung über die gelungene Sanierung.

Ich dachte ja das Wesentliche ist jetzt getan, aber kaum fand die Abschluss - Feier satt, da kamen schon neue Projekte auf uns zu. Unser Stadel in Wörnstorf, der natürlich auch unter Denkmalschutz steht, braucht ein neues Dach. Im Gebhardbau des Gymnasiums, der nicht unter die Generalsanierung fiel, sind die Abwasserrohre total zu erneuern, was wieder durch die neuen Brandschutz-bestimmungen eine größere Baumaßnahme nach sich zieht und für unsere Fahrzeuge müssen endlich Garagen geschaffen werden. Den größten Schrecken bereitete uns der Rohrbruch in der Küche, muss doch jeden Tag für mindestens 450 Leute gekocht werden und das war natürlich sehr erschwert. Im Sommer müssen alle Rohre der Küche neu verlegt werden. Sie sehen, es geht nie aus und das Wort Langweile kenne ich nicht.
Kürzlich waren 8 Mitglieder des Fernsehteams der Sendung Stationen hier um Aufnahmen über den neuen Martins Pilgerweg zu machen. Ich sollte über das Teilen sprechen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man die Fragen vorher nicht kennt. Beim Drehen, durch die Fragen des Moderators habe ich bemerkt, wieviel wir als Schwestern im Grunde teilen, ohne dass uns dies bewusst wird oder wir konkret darüber nachdenken, weil es uns eigentlich selbstverständlich ist.

Heuer zum ersten Mal fuhr ich mit Schwester M. Beatrix nach Frankfurt zum Treffen der Mitglieder des Solidarwerkes. Ich denke es ist gut, dass sich viele Klöster zusammengeschlossen haben um manches besser gemeinsam koordinieren zu können und um sich gegenseitig zu unterstützen.
Die Landshuter Kinderweihnacht, die nun schon zum 10. Mal bei uns stattfindet war wieder sehr schön und gut besucht. Schwester M. Corona, Mechthild, Angelika, Martina und M. Anna hatten auch selbstangefertigte kleine Gegenstände verkauft.  Die Brückenklasse des Gymnasiums kommt sehr gut an, ebenso die jedes Jahr stattfindenden Weihnachtskonzerte, auf die sich viele Menschen freuen.

Zum Schluss noch ein Anliegen in eigener Sache. Seit ein paar Wochen habe wir bei dem Projekt der Sparkasse Landshut  gut-fuer-die-region-landshut.de unser  Projekt "Auf Tradition und Kultur bauen" (gut-fuer-die-region-landshut.de/projects/49423) eingestellt. Wenn Sie für den Erhalt eines alten Altars etwas beitragen möchten haben Sie hier die Gelegenheit Ich sage jetzt schon Vergelt`s Gott

Ihnen, liebe Freunde Seligenthals, wünsche ein frohes Weihnachtsfest und für das neue Jahr Ruhe, Freude, gute Gesundheit und vor allem reichen Segen.

Ihre M. Petra Articus

Das Gebet von Karl Barth hat mich sehr angesprochen, vielleicht sagt es auch ihnen etwas?

Dein Geschenk zu empfangen.     
  
Herr, nun lässest du uns auch dieses Jahr  dem Licht, der Feier und der Freude des Weihnachtstages entgegen gehen, der uns das Größte, was es gibt, vor Augen stellt: Deine Liebe, mit der Du die Welt so geliebt hast, dass Du Deinen einzigen Sohn dahingabst, damit wir alle an ihn glauben und so nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben möchten. Was werden wir Dir schon zu bringen und zu schenken haben? So viel Dunkel in unseren menschlichen Verhältnissen und in unserem eigenen Inneren. So viel verwirrte Gedanken, so viel Kälte und Trotz, so viel Leichtsinn und Hass, so viel an dem Du Dich nicht freuen kannst, was uns auch voneinander trennt und was uns bestimmt nicht weiterhilft. So viel was der Botschaft der Weihnacht schnurstracks zuwiderläuft. Was sollst Du mit solchen Geschenken anfangen? Und was mit solchen Leuten, wie wir alle es sind? Aber gerade das alles willst du ja zu Weihnacht von uns haben, um uns abnehmen, den ganzen Kram und uns selbst wie wir selber sind und uns dafür Jesus zu schenken und in ihm einen neuen Himmel und eine neue Erde, neue Herzen und ein neues Begehren, neue Klarheit und eine neue Hoffnung für uns und alle Menschen. Sei du selber unter uns, wenn wir uns nun darauf rüsten wollen, ihn als Dein Geschenk zu empfangen. Erbarme Dich über alle die, die Dich und Dein Reich noch nicht erkennen, die vielleicht auch einmal  alles gewusst, und es dann wieder vergessen oder missverstanden oder gar verleugnet haben. Erbarme Du dich über die heute wieder so besonders geplagte und bedrohte, von so viel Unvernunft heimgesuchte Menschheit. Erhelle du die Gedanken derer, die an der Macht sind und wie es scheint, heute alle nicht recht ein noch aus wissen. Gib den Regierenden und Volksvertretern, den Richtern, Lehrern und Beamten, gib den Zeitungsschreibern in unserem Vaterland die Einsicht und die Nüchternheit, die sie für ihr verantwortungsvolles Tun so nötig haben. Tröste und ermutige die an Leib und Seele kranken Menschen, auch die Gefangenen, auch alle Betrübten, Verlassenen und Verzweifelnden. Hilf ihnen mit dem, was ihnen und uns allen allein wirklich weiterhelfen kann, mit der Klarheit Deines Wortes, mit dem stillen Werk Deines Geistes. Wir danken Dir, dass wir wissen dürfen, wir beten nicht umsonst und werden nie umsonst zu dir beten. Wir danken dir, dass Du Dein Licht hast aufgehen lassen, dass es scheint in der Finsternis und dass es die Finsternis es nicht überwältigen wird.        Amen




 


 



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