Sommerbrief 2014

Ausgabe 13 · Landshut, 02.08.2014



 Sommer in Seligenthal

In diesem Newsletter präsentieren wir Ihnen eine Vielfalt von Sommerklängen:

„Alle Wege führen nach Rom“: Mutter M. Petra reiste nach Rom, um als Synodalin das nächste Generalkapitel mitvorzubereiten. Unsere Direktorin Frau Ursula Weger leitete die traditionellen Sommerkonzerte des Gymnasiums Seligenthal mit einem Slogan ein: Musik macht das Leben schöner. Schwester M. Pia Steinberger, die Kindergarten Leiterin schaute voller Stolz auf ihr gelungenes Sommerfest mit rund 500 TeilnehmerInnen. Das Colegio Ave Maria in La Paz/Bolivien, das Seligenthal 1972 übernahm, konnte sein 50jähriges Bestehen feiern.

Ein teil unserer Abiturientinnen und viele Wirtschaftsschülerinnen erlebten einen Klostertag, ehe sie ihre Schulen verlassen. Dabei erhielten sie Impulse zur Ordens-, Kloster- und persönlichen Berufungsgeschichte. Nach einer Einführung ins Chorgebet nahmen die Schülerinnen an der Mittagshore teil. Sie entdeckten den Klausurgarten, sahen den Kreuzgang, Räume aus der Frühzeit des Klosters sowie in der sonst behüteten Klausur Kapitelsaal und Parlatorium. Auf dem Klosterfriedhof suchten sie die Gräber von ihnen bekannten Schwestern und dankten für den „Blick hinter Klostermauern.“

„Klosterfrauen in Bewegung“ sind all die Mitschwestern, welche unterwegs zu ihren Ferienzielen waren, sind oder noch sein werden. Dazu wählen sie unter Möglichkeiten aus: Entweder sie machen Heimatbesuche, nutzen die Ferienwohnung in Schloss Wasserberg in der österreichischen Steiermark oder begeben sich in ein befreundetes Kloster oder ein anderes Ferienhaus. Mit diesen Optionen stellen wir Ihnen drei unserer Schwestern vor:

Schwester M. Josefina flog in ihr Heimatland Rumänien. Auf ihrem Programm steht das attraktive Dorf Barticesti und die berühmte Stadt Jasi, eine Universitätsstadt im Nordosten Rumäniens in der Region Moldau. Historisch bedeutete sie die wichtigste Stadt des Fürstentums Moldau.
Jasi ist eine der größten Städte Rumäniens und gilt als dessen kulturelle Hauptstadt. Viele rumänische Persönlichkeiten und Künstler lebten, studierten oder arbeiteten hier.
Die Stadt Jasi bildete einen Siedlungsschwerpunkt der rumänischen Juden, die 51% der städtischen Wohnbevölkerung um 1900 ausmachten. Von den einst 127 Synagogen der Stadt überstand nur eine die Zerstörungen im spezifisch rumänischen Holocaust, der erst seit dem Jahr 2003 aufgearbeitet wird. Der damalige Präsident Ion Iliescu berief zu diesem Zweck eine internationale Kommission ein, welcher der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel vorstand. Ende 2004 legte sie ihren Abschlussbericht vor, der den rumänischen Holocaust bestätigte. Daraufhin wurde ein Elie-Wiesel-Institut gegründet und ein jährlicher Holocaust-Gedenktag festgelegt.

Ein Erholungsurlaub anderer Art:
Schwester M. Lioba, M. Regis, M. Gisela und M. Ida verbringen ihren dreiwöchigen Urlaub schon seit etlichen Jahren im schönen Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld in Gessertshausen, Diözese Augsburg. Es bietet den Gästen einen Swimming-Pool und einen träumerischen Teich zum Meditieren.
Oberschönenfelds Geschichte reicht weit zurück wie die Seligenthals. 1211 unterstützte das Kloster Kaisheim die Abtei bei ihrer Gründung. Während des Dreißigjährigen Krieges fanden Plünderungen und Zerstörungen statt. Ähnlich den Seligenthaler Schwestern musste der Oberschönenfelder Konvent mehrmals fliehen. Mit Baumeister Franz Beer entstanden im 18. Jh. Kloster und Kirche in ihrer heutigen barocken Form. Im Jahr 1803 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst und ihr Fortbestehen dann 1836 von König Ludwig I. von Bayern genehmigt. König Ludwig III. von Bayern erhob das Kloster 1918 wieder zur Abtei; diese gründete später in Itaré/Brasilien ein neues Kloster mit Missionsschwestern.
Heute haben die Zisterzienserinnen von Oberschönenfeld ihren Grundbesitz verpachtet; allerdings bewirtschaften sie ihren Wald selbst. Ein Ertrag ist ihr Holzofenbrot nach alten Rezepten. Die Schwestern haben einen Gästebetrieb im Kloster selbst; außerdem befindet sich das mittelalterliche Gartenhaus „Emmaus“, versehen mit dicken Mauern, im Garten; es beherbergt Gäste mit unterschiedlicher Motivation.
Schwester M. Lioba schwärmt von der wundervollen Landschaft in den sogenannten Westlichen Wäldern von Augsburg.

Eine alte Liebe:
Schwester M. Corona und andere Mitschwestern lieben Schloss Wasserberg, die unberührte Natur im Gaaltal und am Ineringsee in der Steiermark.
Das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte, die 1174 beginnt und mit dem Stift Seckau verbunden ist. Zur Gründung des Bistums Seckau 1218 schenkte der Erzbischof von Salzburg das Gebiet um Wasserberg dem Bischof von Seckau. Unter Bischof Matthias Scheit (1482-1503/12) wurde die Burg zu einem Schloss ausgebaut.
Von 1261 an wechselten ihre Besitzer häufig, bis der Besitz 1950 an das Stift Heiligenkreuz überging. Und damit nähern wir uns der heutigen Situation.
Etwa um 1970 wollte der damalige Heiligenkreuzer Abt Franz Gaumannmüller Seligenthal kennenlernen und war geschockt, dass das Kloster mitten in der Stadt liegt. Also bot er der Äbtissin M. Columba Baumgartner eine Ferienwohnung für den Konvent in Wasserberg an. Die beliebte „Hochwürdige Mutter“ fuhr hin und kehrte begeistert zurück. Wegen der hinderlichen Klausurbestimmungen intervenierte der Abt für Seligenthal in Rom.
Die Schwestern schätzen in Wasserberg neben der schönen Bergwelt die Begegnungen mit der Bevölkerung, welche die Schwestern mit offenen Armen aufnahmen.
Die heutige Abtei Seckau ist 10 km entfernt. Die umliegenden herrlichen Berge gehören zu den Seckauer Alpen. Die Berge und die dort lebenden Menschen seien ein einzigartiges Erlebnis.
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Wir wünschen Ihnen allen für Ihre eigenen Ferien viel Freude und halten ein altes Sommergedicht zum Schluss für Sie bereit. Jesus ermahnte einst seine Zuhörer, auf die göttliche Fürsorge zu vertrauen wie die Vögel: „ Sie säen nicht, sie ernten nicht, und doch ernährt sie der Himmlische Vater“ (Matt 6, 26)
                                                     
 Das Lied der Vögel
Wir Vögel haben’s wahrlich gut,
Wir fliegen, hüpfen, singen.
Wir singen frisch und wohlgemut,
Dass Wald und Feld erklingen.

Wir sind gesund und sorgenfrei,
Und finden, was uns schmecket;
Wohin wir fliegen, wo’s auch sei,
Ist unser Tisch gedecket.

Ist unser Tagewerk vollbracht,
Dann zieh’n wir in die Bäume,
Wir ruhen still und sanft die Nacht
Und haben süße Träume.

Und weckt uns früh der Sonnenschein,
Dann schwingen wir’s Gefieder,
Wir fliegen in die Welt hinein
Und singen unsre Lieder.

August Heinrich Hoffmann von
Fallersleben (1798-1874)

Mit herzlichen Grüßen M. Adelheid



 


 



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