Zisterzienserinnen-
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90. Geburtstag von Monsignore
Dr. Norbert Fuchs


Dr. Norbert Fuchs feiert 90.Geburtstag

Nicht nur die Angehörigen der Diözese Regensburg, sondern auch die Münchner Diözesanen,  nicht nur die Seligenthaler Schülerinnen und Schüler, sondern alle, die in den letzten Jahrzehnten am  kirchlichen Leben Landshuts teilnahmen, kennen Monsignore  Dr. Norbert Fuchs.  Am Samstag den 6. August 2016 konnte er seinen 90.Geburtstag feiern.  56 Jahre,  einen großen Teil seines Lebens,  war er als Priester für die Menschen in unserer Stadt und deren Umfeld da, um sie auf dem Weg zu Gott ein Stück weit zu begleiten.

Norbert  Fuchs wurde als 3.von 4  Kindern  des Gymnasiallehrers  Joseph  Fuchs und seiner Frau Centa in München geboren. Wegen der Versetzungen des  Vaters  mussten die Kinder  ein- oder zweimal die Schule wechseln. So besuchte  Norbert  die Grundschule und die erste Gymnasialklasse in Weilheim und dann ab 1938 die Oberrealschule, das heutige Hans-Leinberger-Gymnasium, in Landshut.
Eine ruhige Schulzeit war ihm während der Kriegsjahre  nicht vergönnt. 1944 fand sein älterer Bruder in Stalingrad den Tod.  Er selbst  wurde  als Luftwaffenhelfer in Nürnberg eingesetzt. Noch vor Ablegung der Reifeprüfung kam er zum Reichsarbeits-dienst und dann zum Kriegseinsatz an die Westfront. Im Frühjahr 1945 geriet er  in französische Gefangenschaft und wurde nach Südfrankreich  geschickt  als Helfer  in der Landwirtschaft.  Das französische  Bauernehepaar war mit dem hochgewachsenen, völlig  ausgehungerten deutschen Soldaten offenbar sehr zufrieden und behandelte  ihn  gut, wohl  nicht nur,  weil er sehr fleißig und willig war, sondern auch  weil er sich als erfolgreicher Nachhilfelehrer in Mathematik für ihren Sohn erwies.
Im Herbst 1945 erhielt Norbert Fuchs die Möglichkeit,  in das  „Stacheldrahtseminar“ in Chartres einzutreten, in dem kriegsgefangene  deutschsprachige  Priester  und Seminaristen zusammengefasst wurden. Dort  konnte er das Theologiestudium beginnen.   Sein Regens im Seminar war Abbé Franz Stock, für den seit einigen Jahren der Prozess für die Seligsprechung läuft. Die Zeit in Chartres war für die weitere Entwicklung des angehenden Theologen  Norbert Fuchs sehr wichtig.  Unter anderem  entstanden fruchtbare Freundschaften, die er sein ganzes Leben lang pflegte.
Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte er an der philosophisch-theologischen Hochschule in Regensburg Katholische Theologie und wurde 1952 von Bischof Michael Buchberger zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er zur großen Freude der Schwestern in der Abteikirche Seligenthal.
Von 1952 bis 1955 setzte ihn die Diözese Regensburg  in den Pfarreien Windisch-eschenbach und Plattling ein. Auf Antrag der Seligenthaler Äbtissin M.Johanna Sattler wurde er dann von der Diözese Regensburg für ein Lehramtsstudium freigestellt im Hinblick auf eine spätere Verwendung an den Schulen des Klosters. In nur 3 Jahren unterzog sich Norbert Fuchs einem  Zweitstudium in den Fächern Deutsch und Geschichte an den Universitäten Würzburg und München. Die Referendarzeit legte er an der staatlichen  Rupprecht-Oberrealschule in München ab. Gleichzeitig schrieb er seine Doktorarbeit  im Fach Geschichte.  
Im Dezember 1960 begann Dr. Fuchs dann seine Tätigkeit als Lehrer für Kath. Religionslehre, Deutsch und Geschichte am Gymnasium Seligenthal, !966 übertrug  ihm der Bischof von Regensburg die Aufgabe des Spirituals im Kloster,  die er bis heute inne hat. Bis vor kurzem feierte er täglich mit den Schwestern die heilige Messe, hielt ihnen regelmäßig theologische Vorträge und bot ihnen Gelegenheit zur Beichte an.
Wenig später wurde ihm  auch im Bereich des Gymnasiums Verantwortung übertragen,  die über die  eines Lehrers hinausgeht.  Er wurde Schulseelsorger für die weiterführenden Schulen des Klosters, hielt die wöchentlichen Schulmessen und die großen Gottesdienste für die Schülerinnen und Schüler bei besonderen Anlässen, bot persönliche Beratung  und Beichtgespräche an.  Als Fachbetreuer für Katholische  Religionslehre  kümmerte er sich um die Belange dieses Faches und stellte Weichen für eine zeitgemäße Gestaltung des Unterrichts.  In der Anfangsphase des Schulversuchs mit der Kollegstufe übernahm er die Funktion des Kollegstufenbetreuers und von 1972 – 1991 war er Ständiger Vertreter in der Schulleitung.  Um Dr. Fuchs nicht zu sehr zu belasten wurde er weitgehend von Verwaltungsarbeiten frei gehalten. In den zahlreichen anstehenden Problemen war er aber ein unersetzlicher Berater, der immer zur Verfügung stand, wenn man ihn brauchte.  
Zusätzlich zu seinen Aufgaben in Seligenthal  engagierte sich Dr. Fuchs für das Christliche Bildungswerk in Landshut. Mehr als 20 Jahre  war er dessen Vorsitzender, leitete die zentralen Veranstaltungen  und hielt zahlreiche Vorträge in Landshut und Umgebung.
Nicht zuletzt wurde er bekannt als einer der Verfasser der „Gedanken zum Sonntag“  in der Landshuter Zeitung.  
Es verwundert nicht, dass  Dr. Fuchs als geistlicher Begleiter von vielen  gefragt war. Jeden Samstag stand er am Spätnachmittag für jedermann im Beichtstuhl zur Verfügung.   
Im Lauf der letzten 20 Jahre trennte er sich von den meisten Aufgaben, nicht aber von der Seelsorge und bis 2011 auch nicht von der Erteilung  des Religionsunterrichts in der Oberstufe des Gymnasiums. Der Bayerische Rundfunk widmete dem damals ältesten Religionslehrer in Bayern einen Beitrag, in dem  auf Grund eines Interviews mit Schülerinnen  die hohe Qualität seines Unterrichts hervorgehoben wurde.
Wenn man das Lebenswerk des Jubilars betrachtet, wird man mit Dankbarkeit erfüllt gegenüber Gott, weil er ihm so reiche Gaben geschenkt hat und gegenüber  ihm  selbst, weil er diese Gaben selbstlos und mit außergewöhnlicher Einsatzbereitschaft in den Dienst der Menschen stellte, die ihm begegneten. Es werden wohl einige tausend sein.





06.08.2016 - 12:00 Uhr

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Dr. Fuchs mit seinen Schwestern