Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

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Deutschland

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100. Geburtstag von Schwester Maria Johanna Knoblach, der Seniorin des Klosters Seligenthal


Am Freitag, dem 4. März 2016, darf die älteste Angehörige der Abtei Seligenthal einen besonderen Festtag begehen - ihren 100. Geburtstag. Natürlich ist dies auch ein großes Ereignis für den gesamten Konvent.
Schon am Vorabend werden die Mitschwestern ihrer verehrten Seniorin M. Johanna Knoblach in einer Feierstunde herzlichste Geburtstagswünsche überbringen, verbunden mit viel Dank. Auch wenn die liebenswerte, den Menschen und der Welt immer noch mit regem Interesse zugewandte Ordensfrau seit längerer Zeit weitgehend in ihrer Klosterzelle lebt, will sie bei diesem Anlass mitten unter ihren Weggefährtinnen sein. Zur allgemeinen Freude wird Schwester M. Johanna die Gratulationen im Refektorium, dem klösterlichen Speisesaal, entgegennehmen können.


Am Geburtstagsmorgen feiert die Jubilarin dann den festlich gestalteten Gottesdienst in ihrer Zelle mit, als Übertragung  per Lautsprecher. Vieles wird sie im Gebet vor Gott bringen, Schönes und Schweres, verbunden mit Danken und Bitten.  Und ihre Erinnerungen werden weit zurückgehen, im Blick auf ein langes, reich erfülltes Leben:
Die spätere Nonne Maria Johanna wurde am 04.03.1916 als Erna Knoblach in München geboren. Im Alter von acht Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Landshut. Von klein auf wurde Erna "Seligenthalerin", denn sie besuchte die Schul- und Bildungseinrichtungen des Klosters, bis zum Abschluss mit dem Lehrerinnen-Examen. Mit zwanzig Jahren trat die junge Frau 1936 in die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal ein und lebt seither nach der Regel des heiligen Benedikt. Bei der Einkleidung erhielt sie den Ordensnamen "Maria Johanna", mit dem Evangelisten Johannes als besonderem Patron und Beistand.
Nach ihrer ersten Profess im Jahr 1938 durfte M. Johanna als Volksschullehrerin unterrichten, von ihren Schülerinnen geliebt und verehrt. Als der NS-Staat die Schwestern aus der Schule verwies, war sie in dem Lazarett tätig, das während der Kriegsjahre in Seligenthal eingerichtet war. Nach Kriegsende konnte die Abtei Seligenthal den Schulbetrieb wieder in vollem Umfang aufnehmen, unter Einsatz aller klösterlichen Lehrkräfte. Dank einer zusätzlichen Qualifikation wurde Schwester M. Johanna aber fortan in den Eingangsstufen der höheren Schule eingesetzt, wo sie sich hervorragend bewährte.
Nach dem Amtsantritt von Äbtissin M. Columba Baumgartner im Jahr 1958 übertrug  diese der jüngeren Mitschwester, neben dem Schulbereich, die Leitung des Noviziates. Als Novizenmeisterin hatte Schwester M. Johanna nun die verantwortungsvolle Aufgabe, neu Eintretende in den ersten Jahren ihres Ordenslebens zu betreuen und zu begleiten. In den fast dreißig  Jahren ihrer Amtszeit formte sie eine ganze Klostergeneration. Den jungen Menschen Hingabe an Gott im monastischen Leben, Liebe zum eigenen Kloster und zum Orden zu vermitteln, war ihr großes Anliegen. Ebenso beteiligte sie sich maßgebend an der Gestaltung der Tagungen für die deutschsprachigen Novizenmeister/Innen unseres Ordens.
Als sich Altäbtissin M. Columba, nach dem Ende ihrer Amtszeit, 1988 entschloss, dem bedrängten Konvent der Abtei Waldsassen zu Hilfe zu kommen, ging M. Johanna mit ihr und stand ihr treu und tatkräftig zur Seite. Erst sechs Jahre später konnten beide wieder nach Seligenthal heimkehren.
In ihrem verdienten Ruhestand nimmt Schwester M. Johanna - auch heute noch - Anteil am Geschehen in Kloster, Orden und Kirche, in Politik und Zeitgeschichte. Die ganze Welt ist eingeschlossen in ihr Gedenken und treues Beten.
Der hohe Festtag soll für die Gefeierte ein Tag voll Licht und Freude werden. Und Gott der Herr möge Schwester Maria Johanna Knoblach weiterhin mit seiner Gnade und seinem Segen begleiten, wie er es in den vergangenen hundert Jahren sichtbar getan hat.



03.03.2016 - 09:00 Uhr

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Schwester M. Johanna, unsere Jubililarin und Seniorin.