Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

Bismarckplatz 14
84034 Landshut
Deutschland

Tel. +49 (0) 871 821-0
Fax +49 (0) 871 821-198

Otto von Freising


Zum Jahr des geweihten Lebens möchten wir Ihnen einen nicht so bekannten Heiligen unseres Ordens kurz vorstellen.

Seliger Otto von Freising ( 1112 - 1158 ) Bischof und Mönch des Zisterzienserordens
Gedenktag: 7. September


Ottos Vater war Markgraf Leopold III., der Heilige von Österreich, seine Mutter Tochter
Kaiser Heinrich IV.
Schon früh wurde Otto zum geistlichen Stand bestimmt.
Darum erfuhr er eine sorgfältige religiöse Erziehung im Stift Klosterneuburg, das sein Vater im Jahr 1114 gegründet hatte. Bereits mit 14 Jahren übertrug man ihm das Propstamt , die Ausübung dieses Amtes lag jedoch zunächst in anderen Händen.

Etwa fünf Jahre lang studierte der Hochbegabte in Paris bei Hugo von St. Victor und anderen
berühmten Lehrern. Er wurde in die Scholastik und die damals neue philosophisch – theologische Literatur eingeführt.
Auf dem Rückweg in die Heimat trat er 1132 mit 15 seiner Studienkollegen in das Zisterzienserkloster Morimond ein.
1138 wählten ihn seine Mitbrüder zum Abt; aber noch im selben Jahr berief König Konrad III.,
sein Halbbruder, ihn ins Bischofsamt der bayerischen Diözese Freising.

Wegen seiner Verdienste gilt Otto als der zweite Begründer der Diözese Freising:
Er erneuerte das religiös – sittliche Leben in der Diözese, indem er
die Klerikerausbildung neu regelte, die Domschule Freising zu einem geistigen Mittelpunkt machte, die Priester zur würdigen Feier der Sakramente ermahnte.
Das Stundengebet sollte den gesamten Tagesablauf prägen und heiligen.
Zur Unterstützung des Glaubenslebens der Bevölkerung gründete er Klöster, in denen er seelsorgerisch ausgerichtete Orden ansiedelte: 1140 Neustift, 1140 / 43 Schäftlarn ( Prämonstratenser ),
1140 Schlehdorf, 1141 Schliersee ( Augustinerchorherren).
Durch seine verwandtschaftlichen Verbindungen spielte Otto von Freising eine bedeutende Rolle in der Reichspolitik.
1147 nahm er als Heerführer am zweiten Kreuzzug teil und entkam mit knapper Not dem Tod mit einem kleinen Rest seines Heeres.
Man ersuchte ihn, in Konflikten um Bayern und in Rom zu vermitteln.

Große Bedeutung erlangte Otto als Schriftsteller. Die Werke des Zisterzienserbischofs dienten Geschichtsschreibern des Mittelalters als wichtige Quelle.
Hauptwerke: eine Weltchronik in acht Bänden ( „Die Geschichte der zwei Staaten“ ).
Er beginnt im Jahr 1157 eine Lebensbeschreibung seines Onkels Friedrich I.( „Barbarossa“ ), die sein Kaplan und Sekretär Rahewin fortschreibt.

Der Zisterziensermönch Otto stand mit seinem Orden stets in reger Verbindung; er trug auch als Bischof stets den schlichten Ordenshabit und lebte wie ein einfacher Mönch.
Auf der Reise nach Cîteaux zum Generalkapitel erkrankte er schwer und verstarb
1158 in seinem vormaligen Kloster Morimond, wo er auch seine letzte Ruhe fand.


Quellen:
Schneider, A. u.a.: Die Zisterzienser, Geschichte Geist Kunst, 3. erweiterte Aufl.1986. Maurer, Pius: Otto von Freising in
Biographia Cisterciensis ( Version v. 13.4.2011 ). Martyrologium Sancrucense,Cistercienser – Chronik und Ökumenisches Heiligenlexikon: Lesungstext , verfasst v. S.M. Theresia Ohagen OCist..2015.





16.09.2015 - 11:40 Uhr

zurück zur Nachrichten-Übersicht



 Druckversion