Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

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84034 Landshut
Deutschland

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Der Zisterzienser-Orden


Französische Ursprünge

Der Zisterzienserorden wurde im Jahre 1098 von Robert von Molesme, Stefan Harding und Alberich von Cîteaux in Burgund in der Einöde von Cîteaux gegründet. Grund dafür war die in der Nähe liegende Abtei Cluny. Dieses Kloster war durch Spenden, Erbschaften und Ländereien das reichste und prunkvollste Kloster, das es im christlichen Abendland gab. Die Mönche dort verbrachten fast den ganzen Tag in der Kirche, um Gottesdienste zu feiern, die stundenlang dauerten. Die Liturgie spielte eine große und wichtige Rolle. Jedoch wurde der Grundsatz der Regel des hl. Benedikt vernachlässigt, dass die Mönche von ihrer Hände Arbeit leben sollten, und von der ursprünglichen Einfachheit des monastischen Lebens war kaum mehr etwas vorhanden.


Rückbesinnung auf die Regel des Hl. Benedikts

So sollte Cîteaux eine Art Gegenbewegung von Cluny werden. Man wollte wieder zu den Ursprüngen der Regel des hl. Benedikt zurückkehren und streng nach ihr leben. Deswegen lehnten die Mönche es ab, Spenden oder Einnahmen von Verpachtungen anzunehmen, lebten von ihrer Hände Arbeit und zogen sich in die Stille und Einsamkeit zurück. Da sich diese neue Lebensform stark von Cluny bzw. dem benediktinischen Leben der damaligen Zeit unterschied, entstand ein neuer Orden, der gleichzeitig der erste zentralistisch organisierte Mönchsorden des christlichen Abendlandes war.


"Charta Caritatis": Die Ideen der Gründerväter

Robert von Molesme wurde bereits ein Jahr später wieder in sein eigenes Kloster Molesme zurückgerufen. An seine Stelle trat Alberich von Cîteaux, der das Neukloster bis 1099 leitete. Nach ihm wurde Stephan Harding Abt des Klosters. Unter ihm wurde die erste Verfassungsurkunde, die sog. Charta Caritatis verfasst, die nebst der Regel des hl. Benedikt die wichtigste Grundlage für den Zisterzienserorden bildet. Darin steht unter anderem:

"Wir wollen leben in der einen Liebe, unter der einen Liebe, unter der gleichen Regel und nach den gleichen Sitten." Ziel der Charta Caritatis war es, alle Klöster des Ordens einheitlich zu organisieren. Wichtige Anliegen waren:

Die Einheit durch die Gleichheit der Lebensweise
Die Einheit der monastischen und liturgischen Ordnung
Das Filiationsgesetz
Einmal im Jahr die Visitation aller Klöster durch den Gründungsabt
Jährliches Generalkapitel aller Äbte in Cîteaux, um Erfahrungen auszutauschen und weiterzugeben


Weitere Gründungen

Zwischen 1113 und 1115 kam es zur Gründung der Primarabteien La Ferté, Pontigny, Clairvaux und Morimond, die wiederum Klöster gründeten. Jedes Kloster des Ordens ist bis heute in sich selbständig und wird nicht zentral geleitet. Ein wichtiges Anliegen der ersten Zisterzienser war die Aufwertung der Handarbeit. So waren sie es, die die Dreifelderwirtschaft einführten. Sie entwickelten neue Techniken der Wassernutzung und züchteten Fische, da sie sich in der Regel kaum von Fleisch ernährten. 1125 entstand das erste Frauenkloster in Le Tart, das ganz in der Nähe von Cîteaux liegt. Noch heute leben dort sog. Bernhardinerinnen, die zur Familie des Zisterzienserordens gehören. Jedes Frauenkloster war einem Männerkloster unterstellt, dessen Abt sich um die Gemeinschaft kümmerte. Bernhard von Clairvaux selber gründete über 70 Klöster.


Die Zisterzienser in der Gegenwart

Später zählte man im Abendland über 344 Gemeinschaften. Leider wurden durch die Französische Revolution und die Säkularisation viele Klöster aufgehoben. Von Klöstern, die im Mittelalter großes Ansehen hatten, sind heute teilweise nur noch die Ruinen übrig geblieben. Dennoch hat der Orden auch diese schweren Zeiten überlebt und ist heute in der ganzen Welt präsent. Heute gibt es wieder neue Gruppierungen und andere Orden, die aus unserer Gründung entsprungen sind und sich auf das zisterziensische Charisma berufen.

Seit 1892 gibt es die sogenannten Zisterzienser von der Strengen Observanz. Die Mönche sind besser bekannt unter dem Namen Trappisten. Drei Reformkongregationen, die im Zisterzienserorden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden, schlossen sich zusammen, die erste Abtei „La Trappe“ vom Abt de Rancé gegründet. Die Struktur des Zisterzienserordens wird heute durch Kongregationen bestimmt, die regional geprägt sind. Da sich der Orden inzwischen auf der ganzen Welt ausgebreitet hat, ist es schwer in der ursprünglichen Einheit zu leben. Die Bedürfnisse der einzelnen Klöster sind dem jeweiligen Kulturkreis und den Lebensumständen angepasst.




 Druckversion
 
Der Hl. Benedikt gilt als Vater des abendländischen Mönchtums und damit auch als der Vater der Zisterzienser und Zisterzienserinnen.


Der Hl. Bernhard ist der bedeutendste Heilige unseres Ordens und hat diesen wesentlich geprägt.

Das Bild des himmlischen Weinbergs aus unserem Refektor stellt das Wirken des Ordens allegorisch dar.

Äbte und Äbtissinnen des Zisterzienserordens beim letzten Generalkapitel in Rom.