Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

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Thomas Merton, kein Heiliger, aber eine große Gestalt unseres Ordens.


Vom Atheisten...

Thomas Merton wurde am 15. Januar 1915 in Prades geboren. Nachdem er seine Mutter bereits mit 6 Jahren verlor, wuchs er an verschiedenen Orten auf und verbrachte seine Schulzeit in französischen und britischen Internaten. 1933 begann er in Cambridge zu studieren, brach das Studium dort aber ab und kehrte nach Amerika zurück, wo er 1935 auf der Columbia University Journalistik studierte. Sein Interesse galt dem Kommunismus und er bezeichnete sich selbst als Atheist.


... zum Christen

Nachdem 1937 sein Großvater starb, zu dem er ein sehr inniges Verhältnis hatte, brachen in ihm innere Krisen auf. Durch das Studium der Philosophie näherte er sich dem christlichen Glauben, ließ sich zunächst protestantisch taufen, begann sich aber sehr bald für den Katholizismus zu interessieren. Schließlich konvertierte er 1938 zur Katholischen Kirche und entschloss sich, nachdem er zuvor mehrere Orden kennen gelernt hatte, 1941 in die Trappistenabtei Gethsemani einzutreten. 1946 verfasste er seine berühmte Autobiografie "Der Berg der Sieben Stufen", die sehr bald zum Bestseller wurde. 1949 wurde er zuerst zum Diakon, dann zum Priester geweiht. Trotz seiner großen Korrespondenz und seiner schriftstellerischen Tätigkeit, bevorzugte er vor allem die Einsamkeit und die Meditation. Er befasste sich sehr stark mit dem Buddhismus und dem Zen, zugleich zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zeitweise ganz in eine Klause zurück.


Politisches Engagement

Ab 1963 begann er sich immer mehr in die politischen Geschehnisse der Zeit einzumischen, protestierte gegen die atomare Aufrüstung, setzte sich für die Gleichsetzung der Schwarzen ein und protestierte vehement gegen den Vietnamkrieg. In dieser Zeit sammelte er viele Erfahrungen, die ihn zugleich das kontemplative Leben neu entdecken ließen, aber nicht als Resignation und Rückzug von der bösen Welt, sondern als eigene Art der Anteilnahme und Hinwendung zu den Wurzeln der Probleme. So wurde er 1966 Eremit, schrieb und publizierte aber weiterhin.1968 durfteer sein Kloster für längere Zeit verlassen, um in Bangkok an einer Konferenz asiatischer Mönchsführer teilzunehmen, zu der er als Referent eingeladen wurde. Während dieser Reise stirbt er unerwartet nach seinem Gastvortrag in Bangkok an einem Stromschlag in seinem Zimmer.




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