Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

Bismarckplatz 14
84034 Landshut
Deutschland

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Hl. Maria Gabriella Sagheddu


Maria Sagheddu wurde 1914 in Sardinien im Hirtenstädtchen Dorgali geboren. Schon früh wurde sie mit Tod und Krankheit konfrontiert, denn sie hatte noch sechs andere Geschwister, von denen vier in jungem Alter starben. Auch ihren Vater verlor sie früh und musste so ihre Mutter unterstützen. Einerseits war sie sehr kämpferisch, dickköpfig und eigensinnig, andererseits fiel sie durch ihre Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft auf. Was das religiöse Leben betraf, so war sie zurückhaltend und integrierte sich weder in die Pfarrgemeinde noch in Jugendgruppen. Erst im Alter von 18 Jahren vollzog sie eine Wandlung. Sie begann, sich für religiöse Fragen zu interessieren, und schloss sich in der Pfarrei einer Gruppe an, deren Motto "Gebet, Apostolat, Opfer" lautete. Dieses sollte ihr ganzes Leben prägen.


Der Weg in die Trappistinnenabtei Grottaferrata

Ein Werk von Franz Sales war es, das in ihr Klostergedanken wachsen ließ. Ihr geistlicher Begleiter empfahl ihr ein kontemplatives Kloster: die Trappistinnenabtei (Zisterzienserinnen der strengen Observanz) Grottaferrata. Dort trat sie im September 1935 ein und begann als Sr. Maria Gabriella am 5. Oktober ihr Postulat. Am 13. April 1936 wurde sie eingekleidet und kam ins Noviziat. Die wahrhafte Suche nach Gott, so wie sie die Regel verlangt, war für sie nicht einfach. Sie musste sich immer wieder eingestehen, dass sie von innerer Trockenheit, Mutlosigkeit, ja sogar Angst befallen wurde. Sie resignierte aber nicht, sondern arbeitete mit grosser Selbstbeherrschung hart an sich und wandte sich ganz entschieden von allem Bösen ab. "Nichts als Jesus lieben und loben", lautete ihr Grundsatz. Am 31. Oktober 1937 legte sie ihre Gelübde ab.


Beten für die Ökumene

Ihre Äbtissin, Maria Pia Gullini, bemühte sich sehr um die Ökumene. Abbé Paul Couturier von Lyon, der Pionier der ökumenischen Bewegung, besuchte einige Male die Abtei und sprach über die Anliegen der Ökumene. Im Jahre 1938, zu Beginn der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, las die Äbtissin das Rundschreiben von Abbé Couturier vor. Maria Gabriella war so ergriffen von der Aufforderung, für die Einheit der Christen zu beten, dass sie sich entschied, Christus ihr Leben anzubieten. Ihr geistlicher Begleiter bekräftigte sie in ihrem Vorhaben und gab ihr dazu den Segen.


Eine Krankheit als Prüfung

Sehr bald erkrankte sie an Tuberkulose. Das war für sie zunächst ein Schock. Sie dachte nicht, dass Gott ihr ein solches Leiden auferlegen würde. Sie fühlte sich von ihm verlassen und brachte das in ihren Briefen zur Sprache. Dennoch fand sie großen Trost durch den Empfang der Hl. Kommunion und durch das Stundengebet.

Nach und nach erlangte sie eine innere Ausgeglichenheit und Reife. "Ich habe mich vollständig aufgeopfert und nehme das gegebene Wort nicht zurück." Zum letzten Mal empfing sie am 23. April 1939 die Hl. Kommunion und gab am selben Tag ihr Leben Gott zurück. "Ich kann nichts anderes sagen als diese Worte: Mein Gott, Deine Herrlichkeit."

So suchte diese junge Frau, die im Jahre 1983 selig gesprochen wurde, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele Gott und fand ihn im Leiden und in der Auferstehung.




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