Zisterzienserinnen-
Abtei Seligenthal

Bismarckplatz 14
84034 Landshut
Deutschland

Tel. +49 (0) 871 821-0
Fax +49 (0) 871 821-171

Schritte ins Kloster


"Zieh weg aus deinem Land, von der Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ein Segen sollst du sein." (Gen 12, 1-2)


Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Zisterzienserin werden zu können?

Man muss
- mindestens 18 Jahre alt sein
- an Leib und Seele gesund sein
- frei sein für eine Lebensentscheidung
- sich Gott ganz weihen wollen


Kandidatur

Wenn eine Frau Zisterzienserin werden möchte, lebt sie erst einmal 6 bis 12 Monate unverbindlich mit im Kloster. Sie behält ihre zivile Kleidung, hat aber denselben Tagesablauf wie die Schwestern. Ihr Arbeitseinsatz kann unterschiedlich sein, je nachdem, was sie früher gemacht hat. Grundsätzlich muss sie aber bereit sein, jede Arbeit zu übernehmen.


Noviziat

Entschließt sich die Kandidatin dazu, im Kloster zu bleiben, bittet sie die Äbtissin um Aufnahme ins Noviziat. Das Noviziat ist das kanonische Probejahr, in dem die Novizin unter der Begleitung der Novizenmeisterin sich in das klösterliche Leben einübt. Schon seit den Anfängen des christlichen Mönchtums ist es üblich gewesen, das Verlassen der Welt und die vollkommene Hingabe an Gott durch ein äußeres, sinnfälliges Zeichen zu markieren: Die Kandidatin legt die weltliche Kleidung ab und empfängt aus der Hand der Äbtissin das Ordensgewand und einen neuen Namen.

"Zieht den neuen Menschen an, der nach Gottes Bild geschaffen, damit ihr wahrhaft gerecht und heilig lebt." (Eph 4,24)

"Man achte darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen." (Benediktusregel 58,7)

Während des Noviziatsjahres macht die Novizin verschiedene Arbeiten im Haus und bekommt Unterricht in Theologie, Ordensregel, Ordensgeschichte und –spiritualität. Dieses Jahr ist eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Berufung, und die Novizin sollte in dieser Zeit keinen Tätigkeiten außerhalb der Klausur nachgehen, sondern wirklich frei sein für die Einübung in das klösterliche Leben. Sollte die Novizin in diesem Jahr erkennen, dass dies nicht ihr Weg ist, kann sie jeder Zeit frei weggehen.


Erste Profess

Wenn die Novizin nach dem kanonischen Noviziatsjahr sich in ihrer Berufung zur Zisterzienserin bestätigt fühlt, entscheidet die Äbtissin mit ihrem Rat zusammen, ob die Novizin zur ersten Profess zugelassen wird. Die Novizin verspricht für zwei Jahre Gehorsam, klösterlichen Lebenswandel und Beständigkeit im Kloster und empfängt das schwarze Skapulier. Nun sieht sie aus wie eine richtige Zisterzienserin. Als Jungprofessin kann sie weiterstudieren oder einer Tätigkeit im Kloster oder in unserem apostolischen Bereich nachgehen, je nachdem, wie ihr beruflicher Werdegang vor dem Klostereintritt gewesen ist.

"Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist." (Phil 3, 13)

"Nimm mich auf, o Herr, und ich werde leben. Lass mich nicht zu Schanden werden in meiner Hoffnung." (Ps. 118, 116)


Ewige Profess

Nach zwei Jahren kann die Jungprofessin frei das Kloster verlassen oder sich für weitere zwei Jahre entscheiden. Nachdem sie mindestens drei Jahre als Jungprofessin im Kloster gelebt hat, kann sie um Zulassung zur ewigen Profess bitten. Der ganze Konvent stimmt darüber ab, und wenn sie angenommen wird, findet in der Abteikirche ein feierlicher Gottesdienst statt, in dem die Jungprofessin öffentlich ihre Professurkunde vorliest und unterschreibt. Durch die ewige Profess wird die Nonne Vollmitglied des Konvents mit allen Pflichten und Rechten. Sie verspricht nun, bis zu ihrem Tod im Kloster zu bleiben und Gott zu dienen.


Die vier Schritte im Überblick:

Kandidatin
6 – 12 Monate

Novizin
1 Jahr

Jungprofessin
3-4 Jahre

Ewige Professin
für immer


Für die Gottesdienste und das Chorgebet tragen wir ein Chorkleid, die Novizinnen und Jungprofessinnen einen Chormantel, die Konventfrauen ein richtiges Chorkleid.

Zu unserem Namen fügen wir die Buchstaben O.Cist. hinzu. Das ist die Abkürzung des Zisterzienserordens (lateinisch: Ordinis Cisterciensis).




 Druckversion
 
Die Kandidatin bittet um Aufnahme in die Klostergemeinschaft.


Als Novizin erhält man den weißen Habit und  einen Klosternamen. Schwester M. Immaculata lernt in der Rekreation das Ketten häkeln.

Die Jungprofessinnen erkennt man am schwarzen Skapulier und dem weißen Schleier.

Bei der Ewigen Profess erhält man den schwarzen Schleier

und das Chorkleid